Grönlands verborgene Reichtümer
Der Klimawandel sorgt für ein schnelles Schmelzen des grönländischen Eispanzers im Osten. Im Osten Grönlands werden gleichzeitig die größten ungenutzten Ölreserven auf der Erde vermutet. Aber auch Gasvorkommen warten auf die Ausbeutung. Die Anrainerstaaten der Arktis schicken Forschungs- und Vermessungsschiffe in Richtung des nördlichen Polarkreises.
Nach internationalem Recht dürfen Staaten auf Bodenschätze im Kontinentalschelf zugreifen, die das dazugehörige Festland besitzen. Gelingt der Nachweis, das unter Wasser das gleiche Gestein wie auf dem Festland vorzufinden ist, stehen die Chancen gut, dass dass untersuchte Gebiet für den Abbau von Ressourcen freigegeben wird. Russland hat schon mal vorsorglich sein Landesfähnlich auf dem gelben Meereschlamm platziert.
Es gab erst sieben Bohrungen nach Öl
In Grönland hat es bis Anfang 2008 erst sieben Ölbohrungen gegeben. Die Suche nach Gas und Öl ist erst in den Anfängen. Die staatliche Ölgesellschaft befindet sich in Nuuk in einem zweistöckigen Gebäude. Fünf Leute sind dort beschäftigt. Die Ölgesellschaften, die in Grönland Bohrlizenzen erworben haben, rechnen frühestens in zehn bis 15 Jahren mit dem ersten sprudelnden, schwarzen Gold. Durch den Verkauf von Öl und Gas erhofft sich Grönland unabhängiger vom Mutterland Dänemark zu werden.
Im Gegenzug müssen die Grönländer damit rechnen, dass Dänemark dann die jährlichen Finanzspritzen an Grönland einstellt. Im Februar 2008 hat eine grönländisch-dänische Kommission über eine Selbstverwaltung Grönlands verhandelt. Im kommenden Herbst steht dann ein Referendum in Gönland über das Ergebnis an.
Arktis Treffen
Letztes Jahr hat Dänemark einige Anrainerstaaten der Arktis zu Gesprächen nach Grönland eingeladen. Thema war die Verteilung der in der Arktis vermuteten Bodenschätze. Teilnehmer waren neben dem Gastgeber die USA, Kanada, Norwegen und Russland.
Für diplomatische Verstimmungen sorgte Kopenhagen, weil es Island, Schweden und Finnland nicht eingeladen hat. Noch ist unklar, wieviel von welchen Gebieten welchem Staat zugeordnet werden. Ebenso unbeantwortet ist die Höhe der tatsächlichen Vorkommen. Die Erforschung der arktischen Bodenschätze steckt noch in den Kinderschuhen.